Bettina Wulff schwul?

Unsere Ex-First-Lady will alle digitalen Zweifel über ihre einstige Würde beseitigen lassen. Dabei gehören Zweifel doch erstens zur Meinungsbildung und zweitens zu einer modernen Demokratie dazu. Aber unbedingter Glaube an das Hehre und Gute müssen natürlich zweifelsfrei erkennbar sein. Deshalb darf auch Google nicht vorschlagen, den Suchbegriff „Bettina Wulff“ um „Rotlicht“ zu ergänzen. Jedenfalls will Bettina Wulff dies verhindern und klagt nun gegen Google. Den Prozessauftakt hatte man verschieben lassen, bis das Bundesverfassungsgericht in einem ähnlich gelagerten Fall entschied (mehr dazu im Heise Newsticker).

Jeder darf das finden, wie er oder sie es möchte, meine Einschätzung: kleingeistig, retro und undemokratisch … achja, und realitäts- und technikfern.
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Was will Technologie?

Kevin Kelly, Mitgründer des „Wired“-Magazin, hat der Technologie einmal auf die Finger geschaut und liefert eine inspirierende Betrachtung über das Wesen von Technologie. Für ihn ist – in einer provokanten Verkürzung – Technologie die nächste Evolutionsstufe. Dabei versteht er Technologie nicht als konkrete Maschine, sondern als technisches Prinzip. Er argumentiert, an irgendeiner Stelle in der technischen Entwicklung war die Erfindung der Dampfmaschine beispielsweise unausweichlich – die konkrete Gestalt jedoch war durch die Kultur, den Einsatzzweck und das Können des Erfinders beeinflusst.
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Am Völkerschlachtdenkmal in Leipzig

Die ersten ernstgemeinten Sommersonnenstrahlen brachten so etwas wie Frühlingslaune und schürten die Sehnsucht, den Kopf mal wieder aus dem Berliner Großstadtmoloch zu bekommen. Warum die Wahl ausgerechnet auf Leipzig als Reiseziel fiel, ist schwer nachzuvollziehen. Vermutlich liegt es daran, dass Leipzig nicht allzu weit weg ist, sich dort in den vergangenen Jahren viel getan hat und dass man überhaupt auch die Städte im eigenen Land etwas besser kennen sollte.
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Steven Johnson: Future Perfect

Steven Johnson ist  von der Westküste an die Ostküste der USA gezogen: nach Marin County in Kalifornien. Das ist nur deshalb bemerkenswert, weil der m.E. wichtigste US-Autor des 20. Jahrhunderts ebenfalls in Marin County gelebt hat, Philip K. Dick. Dick hat in seinen erfolglosen Romanen, die alle erst posthum veröffentlich wurden, ein realistisch-dokumentarisches Bild der Gegend in den 1950er und 1960er Jahren gezeichnet. Wesentlich erfolgreicher war er mit seinen fantastischen Kurzgeschichten und Romanen (wie Ubik, Blade Runner, Das Orakel vom Berge). Steven Johnson hat mit „The Ghost Map“ und „The Invention of Air“ ebenfalls realistische – historische, fast im Geiste des „New Historicism“ – Erzählungen vorgelegt.

Und nun das: Steven Johnson entpuppt sich als Agitator und Weltverbesserer! Er entwickelt eine Art Utopie und sieht viele Anzeichen für eine Verbesserung des Allgemeinzustandes der Welt. Damit befindet er sich in guter Gesellschaft, denn bereits Oscar Wilde stellte fest:

A map of the world that does not include Utopia is not worth even glancing at, for it leaves out the one country at which Humanity is always landing. And when Humanity lands there, it looks out, and, seeing a better country, sets sail. Progress is the realisation of Utopias.


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Blogging in „fremden Gewässern“

Bei Aponeo gibt es nun auch einen Blog. Sicher wird er nicht die Welt erschüttern oder in ihrem Lauf verändern. Dennoch hält er einige interessante Beobachtungen bereit. Ich werde dort regelmäßig Beiträge veröffentlichen – was auch ein wenig die Flaute in meinem Privatblog erklären kann. Die Entwicklung der Browser-Nutzung finde ich beispielsweise bemerkenswert und ein gutes Zeichen. Statistisch verschwinden die Sünden der alten Browser in der Bedeutungslosigkeit. Aber Browserkonformität wird nicht so bald herrschen, wie bereits ein Blick auf meinen eigenen Blog mit verschiedenen Browsern zeigt. Aber dramatische Fehlverhalten oder Unterschiede habe ich noch nicht festgestellt. Es wird spannend, in welche gestalterischen und technischen Richtungen sich das World Wide Web (insbesondere HTML und CSS) weiterentwickelt, und wie schnell die verschiedenen Browser jeweils gleichauf sind.

Sage da noch einer, die Zukunft wäre nur ein großer Haufen Zeit.

Kleiner Facelift

Viel ist in den vergangen Wochen und Monaten hier tatsächlich nicht geschehen. Es wäre auch gelogen, das mit einem aufwändigen Relaunch zu begründen. Aber zumindest gab es nach über 2,5 Jahren ein neues Theme. Das alte hatte einige Aktualisierungen und Weiterentwicklungen erlebt, aber die Zeit für ein neues Aussehen nahte. Als Basis dient das F2-Theme, das ich meinen optischen Bedürfnissen angepasst habe. Die Seite wirkt nun weniger wuchtig und passt sich vor allem auch verschiedenen Bildschirmbreiten an. In den nächsten Wochen und Monaten werden sicher noch die eine oder andere Anpassung und Korrektur folgen.

Stillstand fühlt sich anders an. ;-)

Jetzt gibt’s Studiengebühren zurück!

Ein langer Streit, der uns auch mindestens einen Studentenstreik eingebracht hatte, ist nun vorbei. Das Bundesverfassungsgericht hatte ja bereits entschieden, dass die Berliner Rückmeldegebühr (= getarnte Studiengebühr) zurückgezahlt werden muss. (mehr auf TAZ online). Offenbar gibt’s nun das Geld von damals zurück, auch wenn man nicht „unter Vorbehalt“ gezahlt hatte. Man muss nur einen Antrag stellen. Ich bin kein Gegner von Studiengebühren, aber diese Abkassiererei fand ich schon immer eine Sauerei.
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Gedanken über Sitcoms

Es mag zwar nicht die beste Ausgangslage sein, aber ein „Spiegel online“-Bericht über „entblätterte Comedy“ ließ mich über das Wesen von Sitcoms grübeln. Das Entfernen der Lachspur würde die Sinnleere solcher Sendungen offenlegen, das Hinzufügen einer Lachspur die Filmwahrnehmung stark verändern. Insbesondere die verlinkten Beispiele auf eine Friends-Folge und eine Shining-Parodie verdeutlichen, dass es sich sowohl die Kritiker als auch die Autoren zu einfach mit dem Genre Sitcom machen.
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Probleme einer Gedichtübersetzung

Probleme einer Gedichtübersetzung Steinmars „Ein kneht der lag verborgen“ im Problemfeld der Parodie

Dieser Beitrag entstand 2006 als Hausarbeit an der Humboldt-Universität zu Berlin im Germanistik-Seminar „Mittelalterliche Lyrik“. Insbesondere die Überlegungen zur Parodie bzw. zum parodistischen Modus lassen die Integration in eine allgemeine Sammlung zum Thema Literatur sinnvoll erscheinen.
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Was ist Kunst?

Dieser Beitrag entstand 2008 als Online-Essay aus Überlegungen, die sich im Zusammenhang mit meiner Magisterarbeit (als Buch „Computer im Kino“ erhältlich) ergaben, dort jedoch keinen Platz fanden.

Das ist doch keine Kunst! Die Kunst des Feilschens! Ein wahrer Künstler! Die Kunst des Heilens! Kunst kommt von Können. Musik ist die einzig wahre Kunst! Die sieben Künste der Antike. Die Kunst des Bergbaus.

Zu Kunst hat jeder seine eigene Meinung und eine eigene Idee davon, was denn nun Kunst sei. Es wäre müßig, das auszudiskutieren. Jedoch ist es hilfreich, sich über sein eigenes Verständnis von Kunst klarzuwerden und sich bewusst zu sein, dass jede andere Person einen völlig anderen Ansatz und Anspruch an Kunst haben kann – und haben darf.
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Tragödien der Glaubwürdigkeit

Dieser Beitrag entstand 2008 als Online-Essay. Er widmet sich einem Problem jeder Literatur: die Glaubwürdigkeit innerhalb eines Textes und gegenüber dem Publikum.

Hamlet zaudert, Macbeth tötet, und Othello ist rasend vor Eifersucht. Alle drei ringen mit Botschaften, deren Glaubwürdigkeit zweifelhaft ist, woraus jeweils das Drama erwächst. Hamlet erfährt von einem Geist, dass sein Vater ermordert wurde und wird aufgefordert, diesen zu rächen. Macbeth erfährt von Hexen, dass er König von Schottland werde. Othello erfährt von Jago, dass seine Frau Desdemona ihn betrüge.
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