Gedicht: Das gefürchtete Jahr

Im Winter will ich rodeln gehn,
wenn es draußen schneit.
Doch leider ist kein Schnee zu sehn,
hier und weit und breit.

Im Sommer, da will bräunen ich
meine blasse Haut.
Doch vor der Strahlung fürcht ich mich
und hab mich nicht getraut.

Im Herbste weht ein starker Wind,
´nen Drachen habe ich.
Den würd´ich gerne steigen sehn,
wie einst als kleines Kind.

Doch die Gefahr ist mir zu groß.
Ich bin dagegen klein.
Er könnte in ein Kabel fall´n
und schon wär ich ihn los.

Im Frühling sieht man überall
die Blümelein erblühn.
Die Knospen platzen überall,
es ist ein frisches Grün.

Doch nicht zu lange freu ich mich,
denn bald schon wird mir klar:
Es wird nichts bleiben, wie es ist,
es ist nichts, wie es war.

Das Leben ist eibn einzig Spiel.
Man lebt nur für den Tod.
Ich hätte gerne blaues Blut,
doch meines, das ist rot.

Alexander Florin: Alexander Florinein Kind der 70er • studierter Anglist/Amerikanist und Mediävist (M.A.) • wohnhaft in Berlin • Betreiber dieses Blogs zanjero.de • mehr über Alexanders Schaffen: www.axin.de ||  bei Google+ || auf Twitter folgen

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