Weil es gerade nervt – Updates für Windows

… und weil es schon wieder ansteht (Rekord-Patchday).

Wenn man drei Wochen einen Windows-Computer nicht benutzt, darf man die erste Viertelstunde mit Updates und mindestens einem Neustart verbringen. Virenscanner aktualisiert sich (das ist auch gut so), Windows findet 15 oder mehr Patches oder Aktualisierungen. Die werden recht intransparent über ein doofes Icon in der Notification Area neben der Uhr angezeigt. In dem Fall geht es um Windows XP.

Das Icon allein ist doof. Mal erhält man beim Draufklicken ein Info-Fenster, mal nicht. Mal zeigt es irgendeinen Fortschritt an, wenn man mit dem Mauszeiger drauf verweilt. Mal dauert es ewig, bis man den Mauszeiger korrekt platziert und gewartet hat, bis diese Info erscheint. Allerdings kann man aus dem Icon auch kein Menü aufrufen (wie bei den meisten anderen Icons dort). Es ist insgesamt ein unerfreulich intransparenter Vorgang auf meinem (!) Computer, der mich zu einem machtlosen Zuschauer der Ereignisse degradiert. Dabei wollte ich doch nur kurz mal eine Internetseite unter Windows testen …

Ähnliche Situation auf dem Mac: mehrere Wochen nicht benutzt, dann erscheinen drei bis vier Updates. Nicht zahllose kleine Update-Häppchen, deren einzelne Funktion und Notwendigkeit man anhand der technischen Beschreibung sowieso nicht abschätzen kann, sondern Update-Bündel. Meist ein oder zwei für das System, deren Beschreibung aussagekräftig ist und ein oder zwei für Programme wie iTunes. Dazu öffnet sich ein Fenster, das den Download- und Installationsstatus anzeigt. Dort habe ich auch eine „Abbrechen“-Schaltfläche.

Und wieder eine Erkenntnis aus „Der Apple-Faktor“ bestätigt: Der Mac respektiert die Herrschaft des Nutzers über seinen Computer, gibt diesem die Kontrolle und stellt Vorgänge transparent dar. Der Mac respektiert die Beschränkungen der Nutzer, die im Normalfall nicht über alle technischen Details informiert werden wollen, sondern lieber ein großes Programmpaket erhalten, dessen Beschreibung eine Abschätzung zur Notwendigkeit ermöglicht. Sich mehr als ein Dutzend Beschreibungen für winzige Updates durchzulesen und jeweils zu entscheiden, ob diese installiert werden sollten, ist für den Normalnutzer eben unmöglich und als Anbieter zeugt es von Unhöflichkeit, solche anzubieten.

Sicher ist es aus technischer Sicht (bzw. aus Sicht von Administratoren) nett, dass man nicht ein großes vorgeschnürtes Bündel erhält, sondern individuell auswählen kann. Merke: Der Großteil der Nutzer sind aber keine Administratoren, sondern wollen einfach ihren Computer benutzen. Übrigens können Administratoren auf dem Mac die Bündel zerlegen und erhalten dann die gleiche Flexibilität wie auf dem Windows-Rechner.

Die Flexibilität wird ihnen nicht aufgezwungen, sondern ist die Entscheidung für jene, die sie benötigen. Der Standardfall ist der normale Nutzer ohne Administratorkenntnisse, auf dessen Niveau die Kommunikation (Update-Beschreibung, Update-Vorgang) stattfindet.

Alexander Florin: Alexander Florinein Kind der 70er • studierter Anglist/Amerikanist und Mediävist (M.A.) • wohnhaft in Berlin • Betreiber dieses Blogs zanjero.de • mehr über Alexanders Schaffen: www.axin.de ||  bei Google+ || auf Twitter folgen

Ein Kommentar

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