Zak McKracken and the Alien Mindbenders (1988) und Sequels

Eigentlich sollte Zak McKracken ein ernsthaftes Spiel werden, aber dann schlich sich immer mehr Nonsens hinein, und nun müssen wir die Erde vor der Dummheitsepidemie retten.

Wir reisen nach Seattle, begegnen dort dem zweiköpfigen Eichhörnchen (ein Vorbote des dreiköpfigen Affen?), nach London, Lima, in den Dschungel und schließlich zum Mars, bis wir in einer ägyptischen Pyramide die Maschine zusammensetzen können, die die dummmachenden Wellen neutralisiert. Zwischendurch schlüpfen wir auch mal in die Körper eines Vogels und eines Delphins. Wir kommen also ganz schön weit rum. Auf dem Mars finden wir endlich Benzin für die Kettensäge.

Das Spiel ist eher geradlinig, und durch die CashCard, die ja irgendwann leer ist, sind wir schon arg eingeschränkt (ein Lottogewinn mit Hilfe des außerirdischen Elvis oder der Verkauf des verbogenen Brotmessers helfen da auch nicht so sehr weiter). Auch das planlose Herumgerenne im Dschungel nervt ziemlich. Die Grafik ist zwar genauso gelöst wie unter Maniac Mansion, aber wesentlich detaillierter und ausgefeilter. Auch sind die Köpfe nicht mehr sooo groß:-)

Meine Wertung: ••••••oooo (witzig, aber die CashCard nervt)

Kurz-Anleitung:

Komplettlösung: ; Online-Version der Tentakelvilla

Wie sich Zak auf dem Amiga spielte, kannst du in diesem YouTube-Video nacherleben:

Zak McKracken Sequels

Zak McKracken II (2002)

Dieses kleine Fangame führt die Abenteuer weiter.

Für die UnAufgefordert habe ich damals darüber geschrieben.

Meine Wertung: •••••ooooo (zu kurz, aber ganz nett)

Zak McKracken and the Alien Rockstars

Ein weiteres Zak McKracken II-Fangame wurde aufgegeben. Die Screenshots und die Musik waren sehr vielversprechend.

Zak McKracken between Time and Space (2008)

Zak hat scheinbar sehr viele Freunde – noch ein weiteres Fanprojekt gibt es kostenlos auf www.zak2.org. In „bus“ findet sich eine kurze Vorstellung des Spieles: Rezension.

Meine Wertung: •••••••••o (beeindruckend professionell in Optik, Sound und Spielspaß)

Im Abenteuerrausch

Ein Computerspiel wird erwachsen und macht immer noch einen Heidenspaß. Sieben Jahre haben Fans an einem Nachfolger zum Adventure „Zak Mc Kracken“ gearbeitet. 1988 überzeugte „Zak Mc Kracken“ vor allem mit Spielwitz. 20 Jahre später unterstützen auch Grafik und Sound das vergnügliche Abenteuer.

„Vor genau 20 Jahren …“, so begann 1986 die Geschichte der grafischen Adventurespiele mit „Maniac Mansion“. Nachdem weltweit die Spieler Sandy aus den Klauen des Killermeteors befreit hatten, retteten sie zwei Jahre später die Welt vor der Dummheitsepidemie. Eigentlich sollte „Zak Mc Kracken“ 1988 ein ernsthaftes Adventurespiel werden, doch es schlichen sich so viele Gags ein, dass ein span- nendes und unterhaltsames New-Age-Abenteuer entstand, das noch heute weltweit seine Fans hat.

Nun veröffentlichte eine deutsche Fangemeinde ihre inoffizielle Fortsetzung des Klassikers. Zak Mc Kracken spricht jetzt, bewegt sich flüssig, ist noch genauso zynisch und einfallsreich wie vor 20 Jahren. Es ist schier unglaublich, wie professionell das Spiel geworden ist: exzellente Dialoge, filmreife Zwischensequenzen, detailverliebte Ausstattung, passende Kommentare der Spielfiguren und unauffällige Hilfestellungen – dagegen sehen viele „Profispiele“ blass aus.

Einfach spannend, lustig, herausfordernd

Boulevard-Reporter Zak ist mal wieder einer heißen Story auf der Spur. Doch die Caponier schnappen ihn und rauben ihm die Erinnerung. Glücklicherweise hat Zak aber den Spieler vor dem Monitor, der ihm hilft herauszufinden, was geschehen ist. Erneut wird Zak die Welt retten müssen, aber daran ist er ja schon gewöhnt.

Zak ist ganz einfach zu steuern: Aus einer Palette mit neun Befehlen den gewünschten anklicken, dann auf das passende Objekt im Bild klicken, beispielsweise „Öffne Tür“ – und voilà Zak läuft los und öffnet die Tür. Die Steuerung, die sonst zur Qual und eigentlichen Herausforderung geraten kann, ist hier so simpel, dass man sich ganz auf die Story, die ausgefuchsten Rätsel und die herrlich abstrusen Dialoge konzentrieren kann.

Alte Wege – neue Ergebnisse

In jedem Bild, in jeder Szene ist der Geist des Originals zu spüren. Gespickt mit Anspielungen auf das 88er Zak Mc Kracken – dreimal beim Bäcker klingeln – findet „Zak Mc Kracken Between Time and Space“ seinen eigenen Weg, der die Liebe und Begeisterung spüren lässt. Dies ist das Adventure-Spiel, auf das die Fans der klassischen LucasArts-Spiele lange gewartet haben. Seit Anfang des Jahrtausends gab es immer mal Gerüchte über das Fortschreiten des Projektes, doch das fertige Spiel übertrifft die geschürten Erwartungen bei weitem.

Übrigens gibt es das Spiel kostenlos. Einfach die 1,9 Gigabyte herunterladen – endlich zahlt sich DSL aus – und in das Abenteuer zwischen Raum und Zeit einsteigen! www.zak2.org

erschienen in „bus“, Juni 2008

Alexander Florin: Alexander Florinein Kind der 70er • studierter Anglist/Amerikanist und Mediävist (M.A.) • wohnhaft in Berlin • Betreiber dieses Blogs zanjero.de • mehr über Alexanders Schaffen: www.axin.de ||  bei Google+ || auf Twitter folgen

2 Kommentare

  1. Na zum Glück ist es kein ernsthaftes Spiel geworden, sonst hätte ich früher nicht so viel Spaß gehabt. Und es hätte wohl auch nicht den Status, den es heute hat. Das Remake habe ich leider noch nicht gezockt, aber habe es mir für nächste Woche fest vorgenommen. Fand es damals ohnehin immer schade, dass es keine offizielle Fortsetzung gegeben hat. Zum Glück gabs jja noch DOTT oder MI2, aber eine Fortsetzung für Zak wäre mit Sicherheit auch erfolgreich geworden.

  2. Pingback: Die Mac-Geschichte phasenweise verstehen | zanjero.de

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