iTunes-Visionen [Update]

iTunes ist über die Jahre von einer schlanken und überzeugenden Musikverwaltung und -abspiel-Software zu einem Koloss angewachsen. Die einen beklagen die dabei verlorene Eleganz und Schlichtheit (sowie Geschwindigkeit und Kompaktheit). Die anderen finden es gut, dass sie alles an einem Ort erledigen können. Bei iPad und iPhone sind allerdings einige iTunes-Aufgaben auf verschiedene Apps verteilt. Das bringt zum Überlegen, wie eine sinnvolle Zukunft für das iTunes-Universum aussehen könnte.

Ich muss vorausschicken, dass ich iTunes von Anfang an geliebt habe und die Bedienungsmetapher (links die Playlists, rechts die jeweiligen Inhalte; oben die Mediathek mit dem Gesamtbestand) für eine der besten Software-Erfindungen der vergangenen Jahre halte. Daran sollte sich im Grundsatz nichts ändern, vielmehr sollte oder könnte die Bedienung auf andere Programme ausgeweitet werden, dazu später mehr.

Das Jetzt

iTunes erledigt heute (zehn Jahre nach der ersten Version) eine Vielzahl von Aufgaben. Schaut man sich die vielfältigen Dinge an, die man mit seinem Computer (Mac) erledigen kann, so erscheint iTunes bald als Übermacht, die alles andere zu erdrücken droht. Ich verzichte darauf, die Programme auf den iOS-Geräten darzustellen, denn es geht um eine effizientere Arbeit und einfachere Mediengenüsse auf dem Mac.

Erstellen/ BearbeitenVerwaltenKaufenGeräte-Sync
Musik
Garage Band

iTunes

iTunes

iTunes
Film
iMovie

iTunes, Finder

iTunes

iTunes
Buch, PDF
Vorschau, Finder (PDF-Druck)

iTunes, Finder

iTunes

iTunes
Foto
Aperture

iPhoto
——
iTunes
Apps
X-Code

Finder

AppStore

Früher (also ganz früher in MacOS 9) waren die Aufgaben klar verteilt. Alles wurde über den Finder verwaltet und organisiert. Mit MacOS X gab es dann spezielle Programme wie iTunes, das sich um Musik, und iPhoto, das sich um Fotos kümmerte. Für spezielle Verwaltungs- oder Organisationsaufgaben gab es Zusatzprogramme, die durch ihre Datenverwaltung quasi einen speziellen Aufsatz auf den Finder bilden (über den die verwalteten Dateien weiter in der Dateistruktur erreichbar sind; überhaupt ist bei Mac alles auf Dateiebene organisiert, nur mitunter etwas kaschiert). Im Bereich der Musik übernahm iTunes die Dateiverwaltung und -organisation, bei Fotos iPhoto (über Rechtsklick auf die iPhoto-Bibliothek im Finder werden die einzelnen Fotos nach Datum sortiert angezeigt). Durch die Integration des Store (ursprünglich nur Music Store) in iTunes übernahm dieses auch die Verwaltung für gekaufte TV-Serien, Filme und Bücher. Doch diese Vielfalt von verschiedenen Daten lässt iTunes weniger geeignet erscheinen, denn Filmdateien sind oft so groß, dass man sie lieber selbst irgendwo ablegen möchte, statt sie der iTunes-Ordnerstruktur anzuvertrauen.

Dass iTunes auch das Synchronisieren mit iPods (ursprünglich reine Musikplayer) erledigt, war anfangs logisch. Durch die Vielzahl an verschiedenen Daten, die heute mit einem iPod, iPhone und iPad synchronisiert werden können, ist die ursprüngliche Logik allerdings stark verwässert und inzwischen wenig überzeugend. Mit seiner Funktionsvielfalt verdrängte iTunes erst den Finder (die Tabelle für MacOS 9 habe ich mir gespart) und auch andere Programme, bei denen manche Funktionen besser aufgehoben gewesen wären. Theoretisch wurde ja iSync geschaffen, um Daten mit externen Geräten zu synchronisieren, jedenfalls mit einigen Telefonen, allerdings nur Kontakte und Termine und keine Mediendateien.

Aperture ist quasi der große Bruder von iPhoto mit wesentlich mächtigeren Bearbeitungsfunktionen. Beide können Fotos verwalten und bearbeiten, da jedoch bei iPhoto der Fokus auf der Verwaltung liegt, auch wenn kleinere Bearbeitungen möglich sind, habe ich es bei Verwaltung einsortiert. Aperture bietet zwar noch leistungsfähigere Verwaltungsmöglichkeiten, aber der Fokus (und Hauptanschaffungsgrund) liegt eher auf der Bearbeitung.

Dass iTunes auch Musik-CDs brennen kann, habe ich stillschweigend unter „Musik verwalten“ einsortiert. Zu den Filmen gehören noch der DVD-Player zum Anschauen und iDVD zum Erstellen von DVDs. Diese passen weniger gut in das obige Raster, aber in der idealen Tabelle werden sie ihren Platz finden.

Die Icon-Logik ist nicht ganz einheitlich. Programme zum Erstellen und Bearbeiten haben entweder eine freie Form oder basieren auf einem schrägen Rechteck. Programme zum Verwalten und damit verwandter Funktionen haben eine Kreisform.

Eine mögliche Zukunft

In einer idealen Welt hätten die Programme einen deutlich präziseren Fokus und wären jeweils für eine bestimmte Aufgabe optimiert:

Erstellen/ BearbeitenVerwaltenKaufenGeräte-Sync
Musik
Garage Band

iTunes

„The Store“

iSync
Film
iMovie

„iFilms“
Buch, PDF
Vorschau, Finder (PDF-Druck)

„iBooks“
Foto
Aperture

iPhoto
Apps
X-Code

Finder

Diese Tabelle wirkt doch schon viel übersichtlicher. (Ich habe zu Illustrationszwecken einfach mal ein paar Icons zweckentfremdet.) Jedes Programm hat einen klaren Fokus und eine spezielle Aufgabe. Noch eine Bemerkung zur Icon-Gestaltung: Der bisherigen Logik folgend würde ich in der ersten Spalte freie Formen gut finden und in den drei übrigen (Verwalten, Kaufen, Sync) runde Icons. Der Logik und dem Programmfokus nach wäre nämlich das Aperture-Icon eher für iPhoto geeignet und das iPhoto-Icon für Aperture.

Ich gehe die einzelnen Programme der Reihe nach durch. An Garageband, iMovie, Aperture, Vorschau und X-Code würde sich nichts ändern. Auch der Finder bliebe wie er ist.

iTunes

Die Funktionalität des Programms sollte deutlich reduziert werden auf: Verwalten und Abspielen von Musik-Dateien. Im Prinzip die gleiche Funktionalität wie bis iTunes 3 plus intelligente Playlists und Cover.

Dafür könnte man die Bearbeitungsmöglichkeiten etwas erweitern, beispielsweise einen optischen Titel-Trimmer und Sound-Effekte (Hall, Rauschunterdrückung, Knistern entfernen, Lautstärke normalisieren) anbieten. Natürlich kann man jede Playlist auch brennen. iTunes erhält einfach den alten Fokus zurück: Rip – Mix – Burn.

Vorteil: iTunes startet schneller, ist leichter handhabbar, verschreckt nicht mit seinem Funktionsumfang und passt wieder zu seinem Namen iTunes. Da Musik häufig im Hintergrund gehört wird, ist es nur zu begrüßen, wenn dies von einem Programmleichtgewicht erledigt werden kann.

„The Store“

Der Store vereinigt alle Stores von Apple: für Musik, Filme, TV-Serien, Bücher, Zeitschriften, Hörbücher, Apps. In jeder anderen App gibt es einen Direktlink zum Store in der passenden Abteilung. Dass dazu ein neues Programm gestartet wird, fällt den meisten gar nicht auf, denn der Store wird oft auch in einem neuen Fenster aufgerufen. Einkäufe werden automatisch an das passende Programm weitergereicht. Wie ein Druckertreiber im Dock bleibt, bis alle Druckaufträge abgeschlossen sind, so würde der Store auch nach dem Schließen noch im Dock verbleiben, bis alle Einkäufe heruntergeladen und an das passende Programm weitergereicht sind.

Es wäre auch durchaus vorstellbar, dass der eigentliche Store gar kein eigenes Programm ist, sondern über den Webbrowser abgewickelt wird. Dann könnte der Online-Store wie Amazons-Bestellvorgang funktionieren, indem man alles zunächst in einem Warenkorb sammelt. In dem Moment, in dem man auf „Jetzt bestellen“ klickt, wird das Downloaden an iSync übergeben, das das Herunterladen übernimmt und die Dateien dann an die anderen Programme verteilt.

Vorteil: iTunes benötigt keine Render-Engine für den Store und keinen eigenen Download-Manager. Es gibt nur eine Zentrale für sämtliche Einkäufe bei Apple.

Podcasts würden je nach Charakter entweder an iTunes (kurze Hörbeiträge), iFilms (Video-Podcasts) oder iBooks (lange Hörbeiträge) weitergereicht. Im Zweifelsfall kann der Store bei Hörbeiträgen fragen, an welches Programm der Podcast gereicht werden soll. Zeitschriftenabos würden analog zu Podcasts automatisch an iBooks gereicht.

„iSync“

iSync wurde in den vergangenen Jahren arg stiefmütterlich behandelt. Aber wäre es nicht praktisch, wenn alle Synchronisierungsvorgänge darüber abgewickelt würden? Sobald man ein synchronisierungsfähiges Gerät anschließt, startet iSync automatisch.

iSyc-Vision in iTunes-Bedienung

iSync-Vision in der jetzigen Bedienung

Ob nun die verfügbaren Geräte links aufgelistet werden oder oben, ist mir schnurz :-) Wichtig ist, dass es eine zentrale Stelle gibt, die sämtliche Synchronisierungsaufgaben abwickelt. Die Screenshots verdeutlichen es: Es ist nicht viel neue Arbeit notwendig, sämtliche Funktionalitäten sind bereits vorhanden, nur eben durch die Integration in iTunes an der m.E. falschen Stelle untergebracht.

So wie iPhoto auch heute schon automatisch Fotos von iPhone oder iPad entgegennehmen kann, so könnten Synchronisierungsaufgaben auch an einzelne Programme delegiert werden. Variante 1: Ist ein taugliches Gerät angeschlossen, taucht es im jeweiligen Programm auf, um manuell mit den jeweiligen Daten befüllt werden zu können – aber auch nur mit diesen. Alle anderen Synchronisierungsaufgaben werden über iSync abgewickelt (was ja im Normalfall bedeutet, ein paar Standards festzulegen, so oft muss man da ja nicht manuell ran). Variante 2: iSync übernimmt sämtliche Synchronisierungen und fragt ggf., wie mit neuen Daten auf dem Gerät verfahren werden soll (ob also neue Fotos an iPhoto gereicht werden und in einem neuen Ereignis abgelegt werden sollen). Für die manuelle Befüllung kann man ja auf die jetzt schon vorhandene Mediathek-Palette zurückgreifen:

Die Mediathek-Palette kann je nach Vorliebe und Bedarf breiter und größer geöffnet sein.

Einfach die Dateien aus der Palette auf das zu synchronisierende Gerät ziehen (Drag’n Drop), ggf. bietet iSync an, die Datei in ein taugliches Format umzuwandeln. Mit dieser Funktionalität wäre iSync genau das „Digital Hub“, von dem Steve Jobs vor einigen Jahren auf seiner Keynote sprach. Programmname und Funktionalität fallen dann endlich wieder zusammen. Auch ist ein reines Synchronisierungsprogramm im Hintergrund weniger störend als ein fettes iTunes, wenn man sein iPhone nur zum Aufladen und Abgleichen der Daten anschließt.

„iFilms“

Quasi ein iTunes für Filme. Der Aufbau und die Bedienung sind identisch. Es gibt die Standardkategorien „Filme“, „TV-Serien“, „Video-Podcasts“, „iMovie-Projekte“, „Inhalt Film-Ordner“ etc. Im Hintergrund (auf Dateiebene) hat iFilms einen Bereich auf der Festplatte zugewiesen bekommen (wie iTunes), wo es seine Filme ablegt, parallel dazu „überwacht“ es den „Filme“-Ordner und führt dessen Inhalte ebenfalls mit auf. Filme werden in Sammlungen sortiert. Da Filme selten nebenbei laufen, sondern bewusste Aufmerksam erfordern, sind diese in einem Programm für Hintergrundbetrieb (eben iTunes) irgendwie unpraktisch.

Wenn man im Finder QuickLook bei einer Bild-Datei aufruft, erhält man als Option, das Bild nach iPhoto zu importieren, bei Film-Dateien würde der Import nach iFilms angeboten. Bei Film-Dateien, die mit QuickTime angeschaut werden, gibt es ebenfalls den Link zu iFilms.

So wie man mit iPhoto Fotoalben und Karten gestalten kann, so kann man mit iFilms DVDs gestalten. iDVD würde also in diesem Programm mit aufgehen. Natürlich ist auch ein Export in ein iPhone- oder iPad-Format möglich, dann würde die Datei an iSync weitergereicht, die sie beim nächsten Synchronisieren berücksichtigt, dazu werden passend benannte Ordner im Ordner Filme angelegt, in denen die Dateien gesammelt werden und auf die das Digital Hub zugreifen kann.

Die Logik gebietet, dass demzufolge iFilms auch das Programm ist, welches DVDs abspielt, einen separaten DVD-Player benötigt es dann nicht mehr. Damit kann iFilms auch als DVD-Übersicht genutzt werden, indem es DVDs erkennt und deren Existenz speichert. Es gäbe dann einen weiteren Eintrag in der linken Spalte „DVD-Regal“. Dort werden alle dem Computer bekannten DVDs aufgeführt, was recht schick aussehen kann, wenn sie mit Covern versehen sind. Auch andere externe Film-Dateien (beispielsweise auf einer externen Festplatte) können darin referenziert sein.

iFilms ist nur ein Verwaltungsaufsatz auf das QuickTime-Framework und bringt keine eigene Funktionalität über das DVD-Brennen und -Katalogisieren hinaus mit. Allein durch die Katalogisierungsfunktion für nicht selbst verwaltete Dateien und Datenträger erhält iFilms einen großen Mehrwert für Nutzer.

Vorteil für iTunes: Filme werden bewusst verwaltet und sortiert. In der auf Musikdateien ausgerichteten iTunes-Datei-Ordnung wirken Filme immer deplatziert.

„iBooks“

Quasi wieder das gleiche wie iTunes, aber für Bücher, Zeitschriften (im Abo-Modell!), Hörbücher und ggf. Podcasts:

Das virtuelle Bücherregal wird von iBooks verwaltet.

Damit würde ein nützlicher Finder-Aufsatz für das Sammeln und Archivieren von PDF-Dateien entstehen – etwas, das bislang im Standardpaket schmerzlich fehlt. Da das QuickTime-Framework systemweit zur Verfügung steht, können Hörbücher natürlich mit iBooks verwaltet und gehört werden. Denn auch (Hör-)Bücher werden bewusster genutzt als Musik im Hintergrund.

Fazit

Zu jedem Bereich ließen sich noch zahlreiche weitere Detailausführungen machen, aber die grundsätzliche Aufteilung und das Zusammenspiel sollten auch so deutlich geworden sein. Die Aufteilung auf verschiedene Programme folgt drei Prämissen:

  1. Ein Programm mit klarem Fokus ist leichter zu bedienen und zu erklären, es wirkt einfach freundlicher. Es startet schneller und belastet den Rechner weniger. Auch Updates sind leichter möglich. Es lässt sich für den Download ja ein sinnvolles Bundle unter dem Namen „MediaHub“ schnüren.
  2. Durch Querlinks sind alle Programme miteinander verbunden, führen beispielsweise zum Store oder vereinfachen die Synchronisierung. Wie bisher kann die Mediathek-Palette (bzw. das zugrunde liegende Framework) die Dateien systemweit verfügbar halten. Auch FrontRow ist ja in verschiedene Bereiche geteilt und orientiert sich nicht nur an iTunes-Inhalten.
  3. Eine logische Datenhaltung wird durch die Verwaltungsprogramme gefördert, die ja letztlich quasi als Aufsätze für den Finder fungieren und das lokale Dateisystem mit den Shopinhalten und den externen Geräte-Inhalten verbinden.

Bislang konnte Apple stets damit überzeugen, dass es lieber funktionale Einzelteile entwickelte als ein Überprogramm, das irgendwie alles kann. So wie der Explorer unter Windows, dem auch die Systemeinstellungen gehören und der irgendwie beinah alles ein bisschen kann, so läuft auch iTunes aus dem Ruder. Mit dem QuickTime-Framework ist eine gute Basis vorhanden, um Multimedia-Dateien in allen Programmen abzuspielen. Das Preview-Framework, das Sync-Framework, das Mediadaten-Framework und andere verbinden jetzt schon verschiedene Bereiche des Systems miteinander. Es wird Zeit, wieder etwas Übersicht in die Funktionalität zu bringen.

There’s one more thing

Achja, eine Funktion hab ich völlig vergessen: den Foto-Store. Über das iSync-Framework ist es auch möglich, eigene Dateien in „The Store“ anzubieten, beispielsweise eigene Musik-Dateien. Aber mindestens genauso spannend wäre es, wenn Apple es den Nutzern ermöglicht, Fotos nicht nur über Flickr und Facebook miteinander zu teilen, sondern Fotos auch zum Kauf anzubieten. Um die Zumüllung zu vermeiden, dürfen mit einem Account nur zwölf Bilder pro 24 Stunden hochgeladen werden, davon dürfen maximal drei als Vorschaubilder eingestellt sein. Ein Vorschaubild repräsentiert dabei eine Fotoreihe, beispielsweise verschiedene Perspektiven oder Mimiken bei Portraits oder mehrere Aufnahmen, die eine Sequenz ergeben. Der Store würde nur die Vorschaubilder anzeigen (quasi wie die Ereignisse in iPhoto) und erst beim Anklicken die einzelnen Fotos anzeigen.

Für jedes Foto und für jede Fotostrecke kann der Fotograf drei Preise festlegen: einen für die nicht-gewerbliche Nutzung und einen für die gewerbliche Nutzung in unbegrenzter Auflage. Ein dritter Preis regelt die Exklusivrechte für fünf Jahre, wird ein Foto exklusiv gekauft, verschwindet es danach sofort aus dem Store. Für die erste Kategorie wird vermutlich oft ein Nullpreis angesetzt, während die gewerbliche Nutzung je nach Renommee des Fotografen durchaus respektable Summen einspielen kann. Der Schutz der Fotos über Wasserzeichen oder andere Maßnahmen ist dabei selbstverständlich.

Auch zu dem Foto-Store fallen mir noch viele Details ein. Wenn ich mir die zersplitterte Landschaft von Fotoanbietern und -Quellen anschaue, wäre ein solcher Store durchaus praktisch. Gelingt es, einen etablierten Anbieter mit ins Boot zu holen, kann das Prinzip durchaus gut funktionieren.

Nachtrag (18. Januar)

Angesichts der Gerüchte, dass Safari als Eigenprodukt aufgegeben werden könnte und stattdessen in iTunes integriert werde, verliert obige Vision natürlich an Überzeugungskraft. Ich bin mir nur nicht sicher, ob die Gerüchte Wahrheitsgehalt haben könnten. Denn schließlich ist Apple eher dafür bekannt, aus Nutzerperspektive zu entwickeln – und ein Browser und ein Medienverwaltungsprogramm sind zu verschieden, als dass sie ein gutes Gesamtprogramm ergeben. Während all die anderen iTunes-Funktionen (s.o.) sinnvoll in das Programm integriert sind (bzw. sich in dessen Logik einfügen), würde ein Browser eher irritieren. Mich jedenfalls ;-)

Kurzum, ich halte die Aufteilung auf mehrere Programme für deutlich sinnvoller und sogar wahrscheinlicher als die Integration einer weiteren Aufgabe in das sowieso schon aufgabenüberfrachtete iTunes. Das klingt irgendwie alles zu sehr nach einer Microsoft-Idee als nach einer Apple-Vision. Aber jetzt wo Steve Jobs kürzer tritt …

Der iTunes-Store basiert auf Web-Technologien – es wäre also wahrscheinlicher, dass der iTunes-Store und Safari verheiratet würden, als dass iTunes mit all seiner Medienverwaltung und Geräte-Synchronisation in einen Browser integriert würde. Achja, man kann auch aus der Geschichte lernen: Als Netscape zunehmend anwuchs und neben Browser auch eMail-Programm, Webseiten-Erstellung und andere Funktionalitäten integrierte, verlor es zunehmend an Anhängern. Denn um mal kurz etwas im Internet zu recherchieren, muss ja kein eMail-Programm mitgestartet sein. Nachdem Netscape nun als Mozilla weiterlebt und seine Funktionalitäten auf Browser (Firefox), eMail-Programm (Thunderbird) und Webseitengestalter (Composer) verteilt, gewann es wieder nachhaltig an Marktanteilen zurück.

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Alexander Florin
Alexander Florinein Kind der 70er • studierter Anglist/Amerikanist und Mediävist (M.A.) • wohnhaft in Berlin • Betreiber dieses Blogs zanjero.de • mehr über Alexanders Schaffen: www.axin.de

2 Kommentare

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