Das Problem der Datei-Endungen

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Wer das Geheimnis der Datei-Endungen kennt, ist dem Verständnis seines Computers schon deutlich näher gekommen. Der Anstand verbietet es jedoch, jede mögliche Datei auch anderen zuzusenden.

Wie in Analog./.Digital dargelegt, benötigt jede Datei irgendwelche Hinweise für das System, was sie für Daten enthält und welches Programm damit umgehen kann.

Unter Windows legt das die Datei-Endung fest. Drei Buchstaben, durch Punkt vom eigentlichen Dateinamen getrennt, sagen dem System, welchen Typ die Datei besitzt. Da auch Zahlen möglich sind, ergeben sich dadurch 36*36*36 Möglichkeiten (fast 50.000!). In einer internen Datenbank schaut das System dann nach, ob diese Endung registriert ist und welches Programm Dateien mit dieser Endung bearbeiten können. Bei www.filext.com kann man nachschauen, welche Programme mit welchen Dateiendungen umgehen können.

Im klassischen Macintosh-System gab es zu jeder Datei eine so genannte Ressource-Datei, die erstens versteckt war und zweitens zusätzliche Informationen enthielt. In den Ressource-Dateien ist die Ersteller-Datei und der Datei-Typ gespeichert (Type / Creator). Dadurch durften die Dateinamen auch den Punkt und andere Sonderzeichen enthalten; diese wurden ja nicht als Markierungselement benötigt. Außerdem werden Dateien – unabhängig von der Datei-Endung – mit dem Programm geöffnet, mit dem sie erstellt wurden; war das Programm nicht vorhanden, kann das System anhand des Dateityps entscheiden, welches Programm diese Datei verarbeiten kann. Deshalb war es notwendig – wollte man diese Dateien unter Windows nutzen – die Dateiendung anzufügen.

Eines der häufigsten Dateiformate dürfte .doc sein. Dieses bedeutet, dass es sich um ein Textdoument handelt. Anfangs wurde .doc von zahlreichen Textverarbeitungsprogrammen verwendet, inzwischen ist es hauptsächlich für Dateien, die MS Word erstellt, im Einsatz und wird durch die microsoftsche Produktpolitik von .docx abgelöst. Die reine Dateiendung .doc sagt leider nichts darüber aus, welche Version von MS Word. Eine Dokumentdatei für Word 2003 sieht genauso aus wie ein Dokument für Word 4, nur dass ich es mit Word 4 nicht öffnen kann.

Da wir so schön dabei sind, beschreiben wir doch gleich noch ein paar Probleme der Word-Dateien. Warum beispielsweise wird immer die Dokument-Historie mitgespeichert? Wie groß sie ist, lässt sich feststellen, indem man die Datei einfach aus Word heraus unter einem anderen Namen speichert und die Dateigrößen vergleicht oder indem man die Datei mal mit dem Editor öffnet. Da sind dann alle Bearbeitungsschritte zu sehen, doch Word selbst stellt sie nicht zur Verfügung. Man könnte doch einfach die Rückgängig-Funktion auch beim nächsten Öffnen verfügbar machen, die Informationen dafür liegen vor. Aber nein, die Datei wird immer größer, ohne dass ich als Nutzer einen Nutzen davon habe.

Das nächste große Problem klang mit den verschiedenen Word-Versionen schon an. Will man eine Datei via eMail versenden, wie kann ich dann sicher sein, dass der andere auch die richtige Word-Version hat? Kann ich überhaupt sicher sein, dass der Empfänger irgendeine Version von Word besitzt – dies ist ein teures Programm und Alternativen wie OpenOffice oder Papyrus sind zum Teil besser, preiswerter und überhaupt vorzuziehen. Oder der andere benutzt Linux oder den Rechner in einem Internet-Café, wo kein Word installiert ist. Die Abhängigkeit von MS Word schafft wie jede Abhängigkeit große Probleme.

Wie kann ich dieser Abhängigkeit entgehen, ohne auf Komfort zu verzichten? Ich speichere in einem Format, das jeder Computer versteht. Dafür bietet sich .rtf (RichTextFormat) an. Jede Textverarbeitung kann damit umgehen und in diesem Format speichern. Man muss es nur wissen, es beherzigen und anwenden:-) Übrigens ist das .doc-Format nur das erweiterte und „vergewaltigte“ .rtf-Format (das hatten wir schon mal bei html-Dateien Ende der 90er, als manche Internetseiten nur mit dem Internet Explorer anzusehen waren:-(

Aber nicht nur Microsoft ist gut darin, die Nutzer zu ärgern. Adobe schafft mit dem .pdf-Format das gleiche. Auch hier kann ich der Datei nicht ansehen, welche Version des Acrobat Reader (nunmehr Adobe Reader) ich benötige. Und auch hier geschieht das nur zum Nutzen der Nutzer …

Was folgt aus diesem kleinen Exkurs? Will ich Dateien mit anderen teilen oder anderen zur Verfügung stellen (ob via Internet, eMail oder Diskette), wähle ich ein Format, das die besten Chancen hat, vom anderen benutzt werden zu können: Also RTF für Text-Dateien, die niedrigste mögliche Version für PDF-Dateien, TIFF oder JPG für Bilder und auch sonst immer ein Standard-Format, für das es zumindest kostenlose Betrachter-Programme (sogenannte Viewer) gibt.

Alexander

About Alexander

ein Kind der 70er • studierter Anglist/Amerikanist und Mediävist (M.A.) • wohnhaft in Berlin • Betreiber dieses Blogs zanjero.de • mehr über Alexanders Schaffen: www.axin.de

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