Götz Alsmann im Interview

„Mir ist nicht viel peinlich“ – Götz Alsmann im Gespräch.
Veröffentlicht (stark gekürzt) in der UnAufgefordert Nr. 136.

Ein medialer Tausendsassa begegnet uns am Kurfürstendamm im Hotel „Askanischer Hof“, dessen 20er Jahre-Ausstattung mit der Kleidung unseres Gesprächspartners korrespondiert. Götz Alsmann sitzt uns Anfang Juni 2003 gegenüber, er gibt Konzerte in der „Bar jeder Vernunft“ und macht nebenbei noch ein wenig Reklame für sein neues Album „Tabu“ (UnAuf 136). Natürlich ist es interessant, sich über Musik zu unterhalten, aber uns interessierte vor allem der Student Götz Alsmann.

 

 

Meine Band und ich, wir lieben dieses Hotel. Was für Musiker wichtig ist: hier gibt es Frühstück bis zum Abendbrot. Ich frühstücke aber meist gar nicht, wenn ich auf Tour bin. Frühstück ist die Mahlzeit, auf die ich am allerbesten verzichten kann. Da bin ich antizyklisch.

Wenn Sie sich 20, 25 Jahre zurückerinnern – waren Sie ein guter Student?

Ist ein guter Student ein guter Mensch? Oder ein fleißiger Mensch? Oder ist ein guter Student ein zielstrebiger Mensch? Ich glaube, ich war in vielerlei Hinsicht kein guter Student. Ich hatte viele andere Dinge zu tun. Schon damals habe ich als steuerzahlender Musiker gearbeitet und auch Platten gemacht, die bemerkenswert erfolglos blieben. Ich war sehr viel auf Tournee und nicht so häufig im Hörsaal oder Seminar anzutreffen, wie es vielleicht gut getan hätte. Allerdings habe ich das Studium dann noch in der passablen Zeit von sieben Jahren zu Ende gebracht.

Waren Sie gerne Student?

Natürlich. Ich bin in einer Universitätsstadt aufgewachsen. Münster hatte damals die zweitgrößte Universität der Bundesrepublik; jetzt sind wir durch Berlin und die Humboldt-Uni etwas weiter hinten, aber immer noch in der Top Five. Es gab vielleicht fünfzig- bis sechzigtausend Studenten in Münster, das etwa 240.000 Einwohner hatte. Münster ist schon eine Großstadt, die zwar auch vieles andere hat, aber dieser hohe Anteil junger Leute prägt das Bild, das kulturelle Angebot, die Umgangsformen. Für mich als Junge war es da natürlich ganz klar zu studieren, obwohl das bis dahin noch nicht in meiner Familie vorgekommen war. Was man studiert und warum, waren egal. Dieser Lebensstil war ausschlaggebend.

Ihre Eltern, die selber nicht studierten, haben Sie unterstützt?

Meine Eltern fanden das großartig. Sie stammen aus einer Generation, wo Bildung Pop war, ein erstrebenswertes Gut. Sie sind eine Generation, die im Leseklub war und Theaterstücke im Fernsehen anschaute. Wenn Donnerstagabend in der ARD – ZDF gab es da noch nicht – aus dem Stadttheater Wetzlar „Nathan der Weise“ übertragen wurde, war das ein gelungener Fernsehabend für sie. Bildung und Kultur bestimmten auf sehr autodidaktische Weise mein Elternhaus. Mein Vorhaben zu studieren ist auf fruchtbaren Boden gestoßen und wurde unterstützt. Auch meine Berufswahl als Musiker wurde nie in Frage gestellt. Es kamen nie die üblichen Sprüche von der „brotlosen Kunst“. Im Gegenteil, meine Eltern haben das extrem gefördert, mir Instrumente gekauft so gut sie es konnten.

Wie muss man sich den Studenten Götz Alsmann vorstellen?

Ich war sehr dünn. Wenn ich die Bilder heute sehe, wünsche ich mir die Zeit zurück. Die Haare waren noch dunkel und nicht so grau wie jetzt. Ich trug damals schon eine Brille. Ich hatte ganz viele Klamotten aus dem Second Hand-Laden, Anzüge aus den 40er und 50er Jahren. Die waren mir aber für den Alltag zu schade und ich trug sie nur, wenn ich ausging. Da ich aber schon damals fast nie ausging, habe ich sie fast nie getragen. Ich war ich sehr rührig und habe auf bescheidenem Level viel Musik gespielt, vor allem in einem kleinen Lokal namens Lüdgenwinkel in Gütersloh. Wir spielen auch heute noch viel in Ostwestfalen. Ich habe viel gespielt und auch viel Blödsinn gemacht, der zu nichts geführt hat. Aber ich blieb immer am Ball. Nach dem Rigorosum bin ich da nahtlos reingerutscht. Nebenbei habe ich noch etwas geschrieben, mir ein paar Mark auf journalistischem Wege dazuverdient. Einige Rezensionen für den Playboy oder für Spex, das damals noch ein Underground-Blatt war. Aber ich tauge nicht zum Schreiben.

Konnten Sie danach an Ihr Studium der Musikwissenschaft, Germanistik und Publizistik anknüpfen?

Ja und nein. Bei den Hörfunksendungen kommt mir das sehr zugute. Lust am Wort und Fabulieren funktioniert auch ohne Germanistik-Studium; einige literarische Anregungen verdanke ich dem Studium, aber die haben mein Lebensweltbild nicht massiv verändert. Das haben eher die Begegnungen mit einigen Dozenten geschafft.

Wie können Dozenten das Weltbild verändern?

Ein zehnminütiges privates Gespräch oder ein netter Abend beim Dozenten zu Hause kann für den Literaturgeschmack, Leseappetit und die Anregungen mehr bewirken als zehn stinklangweilige Proseminare. Ganz zu schweigen von Hauptseminaren, in denen ein Sonnengott vorne steht, der im Voraus weiß, dass er von den dreißig 30 Studenten nur drei einen Schein geben wird.

War das schon eine richtige Massenuniversität?

Nicht in Musikwissenschaft. Aber in Germanistik und Publizistik auf jeden Fall. 25 Teilnehmer sollten im Hauptseminar sitzen und fünfzig saßen da. Der Dozent zuckte nur mit den Achseln und, sagte sich „Die wollen eh nicht alle ´nen Schein“ und gab den nur den besten.

Waren Sie unter den besten?

Nicht immer.

Oft genug?

Ich korrigiere: nicht oft.

Falls Sie keinen Erfolg im Showbusiness gehabt hätten, gäbe es dann einen Professor Alsmann?

Eher nicht. Ich denke, dass ich mich dann exklusiv auf den Hörfunk konzentriert hätte. Schon 1985 habe ich dort angefangen, ein halbes Jahr nach meinem Universitätsabschluss, und bis heute verdiene ich mir da einen kleinen Lebensunterhalt. Man weiß ja nie, wo man gelandet wäre.

Was war denn damals Ihr Ziel?

Mein Hauptinteresse bestand nach dem Studium schon in der Musik, ich hatte mich aber damit abgefunden, dass dieses Level ein kleines Level ist, ein eng gefasster Zirkel von Veranstaltungsorten. 1986 kam zum Rundfunk noch das Fernsehen dazu. Zwar auf bescheidenem Level, aber alles zusammen: Musik, Hörfunk, bisschen Fernsehen – das waren die ersten Jahre. Dann wurde es mit dem Fernsehen mehr. Bei RTL habe ich zum ersten Mal erfahren, dass man mit Fernsehen auch Geld verdienen kann; die Aufwandsentschädigungen für das Jugendfernsehen bis dahin waren zwar nett, aber richtig gut ging es mir damit nicht. Ich machte also diese Melange aus allem und dachte „Lass es auf dich wirken und finde raus, was du am besten kannst.“ Ich habe mich bis heute noch nicht entschieden. Ich schreibe nur schon lange nicht mehr.

Bedauern Sie das?

Nein.

Wenn man Sie bei „Zimmer frei“ neben Christine Westermann sieht, wirken Sie eher wie ein Student.

Das liegt sicherlich an Christines mütterlicher Ausstrahlung.

Sie haben nie darauf geachtet, sich Ihre Jugend zu bewahren?

Ach nein. Ich glaube, was man hat, ist eher eine gewisse Jugendlichkeit, obwohl es das nicht trifft. Wohl eher: Jungenhaftigkeit, die mir gelegentlich attestiert wird. Das sind Leute, die eine Begeisterungsfähigkeit und auch im Alter noch ein schelmisches Grinsen haben. Vielleicht habe ich das. Das ist aber nichts, was man künstlich erhalten kann. Ich misstraue Leuten meines Alters, die sich anziehen, als wären sie siebzehn 17.

Das machen Sie ja nun gerade nicht …

Nein. Sicherlich gibt es immer eine Schnittstelle. Manche Sachen, die mein zwölfjähriger Sohn trägt, würde ich auch anziehen. Das sind zum Beispiel khakifarbene Baumwollhosen und ein kariertes Hemd. Aber für die ausgesprochene Teenie-Mode braucht man schon einen verdammt guten Körper. Und meist passt der Kopf dann doch nicht dazu. Ich bin da eher skeptisch.

Wann ist man zu alt für eine solch kecke Haartolle?

Das ist keine Frage des Alters sondern des Haarbestandes. Toitoitoi.

Kommen wir zurück zur Musik. Sie haben schon in den 70ern Dixieland, Jazz, Boogie und ähnliches gespielt. Das scheint mir eher untypisch für Studenten.

Anfang der 70er – da war ich noch kein Student – war Dixielandjazz die einzige Musik, die es life gab. Rockmusik kam life nicht vor, einige wenige große Rockstars gaben Konzerte in großen Hallen oder Fußballstadien. Aber es gab keine selbst geschrammelte Rockmusik in den kleinen Klubs und Kneipen. Dixieland und irische Folklore gab es dort. Die Idee, krachige Musik wieder dort zu spielen, kam erst Mitte der 70er mit den allerersten punkrockartigen Dingen. Aber der richtige Boom in den Klubs und Kneipen kam erst Ende der 70er, Anfang der 80er. Da wurde das erst wieder normal, mit Elektrogitarre und Schlagzeug aufzutreten.

Ihre Musik, die keine Punkmusik war, scheint dazu auch nicht zu passen.

Rock’n Roll und Rockabillie, die wir zu der Zeit gespielt haben, passten schon gut ins Geschehen. Es gab einen Kern von Musik, der in den New Wave-Klubs funktionierte. Das ging los bei Neuer Deutscher Welle über Rockabillie und Ska. Es gab so ein Stilgemisch, das akzeptiert wurde – alles Musik, die nicht von Langhaarigen gespielt wurde.

Mir kommt es komisch vor. Sie sind 1981 bei Peter Alexander aufgetreten …

… mit einer Rockabillie-Nummer. Und in der selben Show trat auch eine Punk-Band auf.

Wie passt das alles zusammen?

Das passt in einer Sendung zusammen, die Unterhaltung für die ganze Familie liefert. In der selben Show trat auch „das Grauen italienischer Diskomusik“ auf. Das war ein bunter Nachmittag [der WWF-Club, d. Verf.], moderiert von Jürgen von der Lippe, Frank Laufenberg und Mareike Amado – meine erste Fernsehshow. Und ich ohne Brille. Der Laufenberg sagte mich an und ich bin über ein Kabel gestolpert, weil ich die Brille nicht aufhatte. Das sah bestimmt spitze aus.

Mitschneiden ging damals noch nicht.

Ein Freund von mir hat es auf Videospule aufgenommen. Ich habe das bis heute nicht gesehen, weil ich kein Gerät dafür habe.

Wie sind Sie bei den Studenten, Ihren Kommilitonen angekommen?

Bei meinen Kommilitonen weiß ich das gar nicht. Aber allgemein war die Studentenschaft ein wichtiger Bestandteil meines Publikums.

Wenn man sich Ihr Publikum heute anschaut, scheint das noch so zu sein …

Wir haben bei allen Konzerten eine ganz große Streuung: Mann-Frau, jung-alt. Wir haben festgestellt, dass je weiter wir nach Osten kommen, desto jünger und weiblicher wird das Publikum, je weiter nördlich desto älter. Es ist zwar immer alles da, aber es lassen sich leichte Tendenzen erkennen.

Was macht der Akademiker Alsmann aus dieser Beobachtung?

Gar nichts. Das Programm ist überall das gleiche. Meine Kollegen registrieren so was viel eher als ich.

Aus diesem Spektrum lässt sich der Vorwurf ableiten, dass Sie es allen recht machen wollen.

Das versuchen wir gar nicht. Wir machen ein Angebot und freuen uns über jeden, der es annimmt. Wir betreiben keine Marktforschung und machen nur was ankommt. Ich denke mir etwas aus, biete das an und bin gespannt, wer das alles annimmt.

Gibt es Überraschungen nach Ihren Angeboten, dass es so viele annehmen oder dass es auch mal keiner annehmen will?

Gottseidank ist mir die letzte Erfahrung schon lange nicht mehr untergekommen.

Wann war das letzte Mal?

Mitte der 90er hatte ich schon einen Durchhänger für anderthalb Jahre. In den 80ern war es auch schwer. Wir hatten nach unserem Hit „People are people“ die von der Plattenfirma und uns an uns gestellten Erwartungen nicht erfüllen können – das war eine richtig harte Zeit. Leere Säle bis die Band sich endlich aufgelöst hatte.

Umso mehr scheinen Sie jetzt den Erfolg zu genießen und alles mitzunehmen; medial wird man Sie gar nicht mehr los.

Natürlich versuche ich das. Aber inzwischen gilt auch die westfälische Weisheit „Willste was gelten, mach dich selten“. Sehr viele Angebote nehmen wir nicht mehr an. Rar mache ich mich nicht, bin ja jede Woche mit „Zimmer frei“ präsent. Ich habe gerade die Quoten der Sendungen vom Pfingstwochenende bekommen. Die Wiederholung der Sendung mit Hape Kerkeling brachte 18 Prozent – bei einem Sender der durchschnittlich sechs Prozent hat. Und die lange Nacht schaffte im Mittel, da ist auch die Zeit morgens von 5 bis 6 mitgerechnet, immerhin neun Prozent. Es gibt natürlich jede Menge Show. Ich war zweimal bei Verona, tiefer kann man gar nicht sinken.

Wie oft bei Harald Schmidt?

Acht- oder neunmal. Höher steigen kann man nicht. Ich bin meist zweimal im Jahr bei Harald.

Am Jahresanfang stehen dann im neuen Kalender schon die Termine bei Harald Schmidt drin?

Harald Schmidt steht noch nicht drin. Aber bis Herbst 2004 sind schon viele Konzerte eingetragen. Im Herbst kommt auch ein neues Hörbuch raus, „Die Feuerzangenbowle“.

Ist das die Arbeit des Germanisten Alsmann?

Neinnein. Dann hätte man das Buch dramatisch redigieren müssen. Es ist ganz schlecht redigiert und man müsste es in weiten Teilen noch mal bearbeiten. Heinrich Spörl, der Verfasser ist aber in den 50ern gestorben und die Rechte liegen noch beim Verlag, der damit ja noch ordentlich in seiner jetzigen Fassung verdient. Aber vieles relativiert sich auch, wenn man es laut liest, zum Beispiel im Auto. Hörbücher werden ja hauptsächlich im Auto angehört. Natürlich ist es ein wundervolles Buch, man müsste ihm nur ein paar kleine Überarbeitungen angedeihen lassen.

Was war das letzte Buch, das Sie im Auto gehört haben?

[lachend] Teile meiner Band und ich haben neulich auf einer Gastspielreise das Buch von Dieter Bohlen gehört. Mit großem Vergnügen!

Dieter Bohlen wurde ja eine Gastdozentur an einer Hochschule angeboten. Würden Sie ein solches Angebot annehmen?

Wenn ich nicht so sprechen müsste wie Dieter Bohlen – man weiß nie, was von einem verlangt wird.

Welches Thema würde Sie reizen?

Kann ich mir derzeit nichts vorstellen.

Welche CDs hören Sie sonst, auch zuhause?

Hauptsächlich Opern, Jazz. Beim Jazz vorwiegend Klassisches. Kind of Blue wäre schon eher das Ende der Entwicklung. Zur Zeit höre ich sehr viel Matt Dennies. Ich höre sehr viel Vinyl. Ich bin ja kein CD-Sammler. Ich höre schon sehr viel Musik, auch um meine Radio-Sendungen vorzubereiten, die ich ja aus eigenen Beständen gestalte.

Wenn Sie bei „Zimmer frei“ Gast wären – hätten Sie Angst vor dem Moderator?

Nein. Ich denke, bei dem Moderator wird von vornherein klar, dass er ein Mann mit großer Menschlichkeit ist, mit Wärme und sensiblem Einfühlungsvermögen. Ich glaube, vor dem muss man keine Angst haben.

Mitunter denkt man als Zuschauer: „Ist dem Mann gar nichts peinlich?”

Mir ist nicht viel peinlich. Vor der Kamera oder vor dem Publikum ist mir nichts peinlich. Den meisten Menschen geht es andersherum, die sind entspannt solange keine Kamera läuft oder jemand fotografiert. Sobald eine Kamera und ein Publikum da sind, ist mir alles egal. Keine Ahnung warum. Vielleicht eine Art Exhibitionismus.

Zuhause im privaten Kämmerlein oder in Familie sind Sie dann eher zurückhaltend?

Ja. Ich bin sicherlich kein Schweiger, aber ich bin nicht so exaltiert wie auf der Bühne.

Götz Alsmann ist also eine Bühnenfigur?

Mitunter schon, wenn ich zum Beispiel Christine unterbrechen soll, obwohl sie gerade mitten in einem spannenden Gespräch mit dem Gast ist. Aber sonst schaffen wir die Sendung nicht in einer Stunde.

Es reizt Sie also nicht, neue Stile auszuprobieren?

Die kann ich doch gar nicht. Ich sollte mal ein Rockstück auf Klavier begleiten. Das war ein Fiasko. Ich verstehe diese Musik nicht. Für Die Ärzte und Reinhard Mey habe ich Calypso-Stücke gemacht: „Punk ist“ und „Der Nasenmann“. So was macht Spaß, wenn jemand meinen Sound will.

Götz Alsmann hat also seinen eigenen Sound. Ist das aber nicht eigentlich der Sound der 50er und 60er?

Die haben damals doch anders geklungen als wir sie spielen. Wir agieren da aus einer Position des Wissens heraus.

Hilft dabei das Studium der Musikwissenschaft?

Bei den Arrangements hilft es sicherlich, wenn man weiß was Kontrapunkte sind oder wie die Harmonielehre funktioniert. Aber es gibt auch viele, die es toll machen, ohne es studiert zu haben. [x] Meine Arrangements sind genau auf meine Band abgestimmt, die würden bei anderen wahrscheinlich nicht funktionieren. Hier weiß ich wie jeder spielt, wo die Stärken und Schwächen sind.

Was sind Ihre Schwächen, die lassen Sie ja wohl nicht auf CD?

Manchmal kriegt man später mit, da sind doch Schwächen drauf. Es gibt Platten, wo ich mit meiner Stimme nicht zufrieden bin. Ich probiere ja mit meiner Stimme herum und nicht alles, was ich gemacht habe, ist Gold, auch wenn es glänzt.

Steigt Ihnen Ihre ganze Arbeit nicht zu Kopf? 120 Konzerte pro Jahr, eine wöchentliche Fernsehsendung, Radio, regelmäßig neue CDs und dann haben Sie auch Familie.

Ich weiß ja nicht, was Sie für einen Beruf ergreifen wollen. Mein Vater ist jeden Tag zur Arbeit gegangen und hat weniger Spaß gehabt als ich. Im Moment fühle ich mich gut.

Laufen zu Hause auch Ihre Platten?

Ja, gerade in der Anfangszeit, um das Unterbewusstsein mit den Texten aufzutanken.

Wann können Sie Ihre Platten nicht mehr hören?

Es gibt Platten, die habe ich lange nicht mehr gehört, aber mit meiner aktuellen bin ich noch sehr im Reinen. Ich finde sie noch gut. Ich weiß nicht, ob ich sie zu jeder Zeit gut finden werde, aber im Moment bin ich noch zufrieden.

Das Gespräch führten Andre Sowade und Alexander Florin.

Weitere Informationen zu Götz Alsmann und seiner Band bietet der Fanklub.

Alexander Florin: Alexander Florinein Kind der 70er • studierter Anglist/Amerikanist und Mediävist (M.A.) • wohnhaft in Berlin • Betreiber dieses Blogs zanjero.de • mehr über Alexanders Schaffen: www.axin.de ||  bei Google+ || auf Twitter folgen

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