The Secret of Monkey Island (1990)

Da hat es uns auf Melee Island verschlagen, und wir wollen Pirat werden, obwohl wir eher den Eindruck eines Buchhalters erwecken. In der Scummbar erfahren wir dann von den wahnsinnig wichtigen Piraten, was wir dazu anstellen müssen: etwas stehlen, einen Schatz heben und die Schwertmeisterin besiegen. Nebenbei verlieben wir uns in die Gouverneurin, die zu unserem Leidwesen von dem bösen Zombie-Piraten Le Chuck entführt wird. Nachdem wir unsere Crew beisammen und den Weg nach Monkey Island gefunden haben, entdecken wir endlich den Zugang zu Le Chucks Unterwelt.

Jeder der vier Teile, in die sich unser karibisches Abenteuer gliedert, stellt eine abgeschlossene Episode dar. Und darin können wir uns immer schön frei bewegen. Die Handlung splittert sich ständig auf, sodass wir nicht nur eine lineare Lösung nachspielen müssen, sondern zwischen den einzelnen Strängen schön hin- und herspringen können. Was das ganze in einer ort- und zeitlosen Karibik angesiedelte Abenteuer so schön witzig macht, sind die ständigen Seitenhiebe auf unsere neuzeitliche Kultur. Mitten in der Karibik erzählt uns ein Pirat ganz freimütig von Lucasfilms neuestem Spiel „Loom“, auf Monkey Island sterben wir wie in einem Sierra-Adventure, und beim Gebrauchtschiffhändler Stan steht ein Malzbierautomat. Nicht zu vergessen das legendäre Beleidigungsfechten: „Du kämpfst wie eine Kuh.“ Und natürlich auch immer wieder: „Ich verkaufe diese tollen Lederjacken.“

Damit es uns auf Monkey Island nicht ganz so langweilig wird, hat Erfinder Ron Gilbert (gelobet und gesegnet sei er für seine Adventures!) Herman Toothroot auf die Insel verbannt, der uns ständig über den Weg läuft. Seine wirkliche Bedeutung erfahren wir aber erst in der Flucht von Monkey Island. Guybrush verdankt seinen Namen übrigens der Uninspiriertheit der Entwickler. Sie nannten die Grafiken mit unserem Helden erst mal „Guy“, das verwendete Programm fügte die Endung „Brush“ hinzu – und fertig war der Name, der immer wieder bei den Bewohnern der Monkey Island-Saga auf Unverständnis trifft.

Die Titelmusik ist mittlerweile ein Klassiker der Computerspiel-Musik und wird in den nächsten Teilen variiert weitergeführt. Es lohnt sich, einfach mal die Soundtracks der Spiele herunterzuladen und all die Variationen, die dieses Thema als Titelmelodie und als Szenenhintergrund erfahren hat, in Ruhe und voller HiFi-Power zu genießen.

Meine Wertung: •••••••••• (keine Abstriche: rundum gelungen, witzig, einfach klasse)

Überblick über Melee Island

Überblick über Melee Island


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Komplettlösung: ; Online-Version der Tentakelvilla

2009 brachte LucasArts eine „Special Edition“ mit deutlich aufgepeppter Grafik und Sprachausgabe heraus … einfach schick!

Und wer nicht selber spielen will, kann sich bei YouTube das Ganze als „Film“ anschauen:

Alexander Florin: Alexander Florinein Kind der 70er • studierter Anglist/Amerikanist und Mediävist (M.A.) • wohnhaft in Berlin • Betreiber dieses Blogs zanjero.de • mehr über Alexanders Schaffen: www.axin.de ||  bei Google+ || auf Twitter folgen

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